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9 - Von Gruppenzwang zu Lieferzwang

  • 16. Okt. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Sie kennen bereits meinen Mann und meine beste Freundin.

Hier also die Quizfrage: Was haben die beiden gemeinsam?

Genau – sie lieben mich, sie wissen alles über mich, und sie sind beide ausgesprochen witzig!

Aber noch etwas: Beide sind auf Tinder – nur ich nicht.


Zu Recht wies mich meine bessere weibliche Hälfte darauf hin, dass es in diesem Experiment nun mal darum ging, neue Dinge zu entdecken. Und das stimmt schon – ich war ja nicht in einer offenen Ehe, um mich dann wie eine Disney-Prinzessin in Turmhaft zu benehmen und auf den Schweizer Gardisten mit funktionsfähigem Knie zu warten.


Lange Rede, kurzer Sinn:

Ich habe mich schließlich breitschlagen lassen und mir ein Tinder-Profil erstellt.


Wie ich das fand, wollen Sie wissen?

Hmmm … Also ungefähr eine Stunde lang empfand ich es als schmeichelhaft, zu sehen, dass da plötzlich 26-Jährige an meine Tür klopften, um mich flachzulegen. Offenbar ist das MILF-Ding mehr als nur eine urbane Legende. Die Begeisterung hielt nicht lange – schnell wurde es einfach nur überfordernd und nervig.


Mein Mann nutzte diese Gelegenheit auch direkt, um sein Argument zu untermauern, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin, wenn es ums Alter-Schätzen geht. - Nur weil ich mich bei dem Schweizer um knappe 10–12 Jahre verschätzt habe.

Ich wollte mich rausreden mit: „Er hat sich besonders gut gehalten.“

Aber der Göttergatte wollte empirisch beweisen, dass er Recht hatte. Er zeigte mir Männer, hielt das Alter verdeckt und ich musste raten. Ich lag jedes Mal meilenweit daneben. - Sowohl nach unten als auch nach oben.


Was lernen wir daraus?

Das Alter ist mir so egal wie die Farbe meines Klopapiers.


Apropos Po, äh, nein, Klo, da saß ich nun und swipte Männer durch wie Klamotten – und überlegte unwillkürlich: Wie schnell sie wohl „liefern“ könnten und wer mit Rückgaberecht kommt?

Tatsächlich hatte ich binnen 24 Stunden jemanden gefunden, bei dem ich annahm, dass die „Lieferung“ prompt erfolgen würde, weil er um die Ecke wohnte und ebenfalls nicht monogam lebte. Wir kamen ins Gespräch und alles passte einwandfrei, sogar das Sicherheitsprotokoll sowie unsere Vorlieben waren kompatibel.


Wir schrieben eine Weile, bis ich bemerkte, dass ich plötzlich kalte Füße bekam – es erschien mir doch ziemlich eigenartig, mich mit einem Fremden nur zum Poppen zu verabreden. Und zweitens hatte mein Mann den Verdacht, dass dieser Typ in der festen Rotation seines Tinderlinchens war – sozusagen das goldene Stammmitglied in ihrem personalisierten Erotik-Abo.

Wie so oft hatte der Göttergatte recht. Da stellte sich die Frage, ob ich mir mit dieser sympathischen, aber dennoch unbekannten Frau wirklich zwei Männer teilen wollte. Einerseits wäre es natürlich fair – wenn sie meinen Mann vögelt, dann vögle ich einen ihrer Männer. Aber irgendwie war es auch bizarr.


Wollen Sie wissen, ob ich es getan habe?

Nein, habe ich nicht. Aber nicht etwa aus moralischen Bedenken – davon habe ich nicht sehr viele. Wir haben die beiden gefragt – und es stellte kein Problem dar, sondern weil ihm etwas dazwischengekommen war, nämlich die traurigen Überreste seines geplatzten Kondoms, das den Härtetest nicht bestanden hatte.

Damit war er raus, bis der nächste Test wieder grünes Licht gab.


Ich muss gestehen, ich war fast ein wenig erleichtert … aber verraten Sie das bitte keinem! Vielleicht bin ich doch nicht mehr zwanzig und das ‚Sex-on-Demand-Abo‘ ist ausgelaufen. Früher war ich spontan – heute bin ich Labor-zertifiziert.

 
 
 

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